Weltladen Puerto Alegre

Archiv

2011

Pressemitteilung - Veranstaltungsbericht

Den Frieden im Nahen Osten fördern

Frankfurt (Oder). Der Verein Puerto Alegre und die Kirchengemeinde Frankfurt (Oder) luden zu einem Informationsabend zum Thema »Der Nahostkonflikt – aktuelle Situation und die Friedensperspektiven?« in das Gemeindehaus St. Georg ein. Referent des Abends war Clemens Ronnefeldt aus Freising, seit 1992 für Friedensfragen zuständig beim deutschen Zweig des Internationalen Versöhnungsbundes Er engagiert sich seit vielen Jahren im Nahen und Mittleren Osten und war zuletzt Ende Oktober 2010 im Nahen Osten.

Clemens Ronnefeldt verglich zunächst den Nahostkonflikt mit einem gewaltigen Brandherd: »Wir können wegschauen, die Schuld auf andere schieben, jammern und klagen – aber wir können auch den Teelöffel Wasser, den jede Person in der Hand hält, immer wieder in einem Wassereimer füllen und gegen die Flammen spritzen«.

In der völkerrechtswidrigen Besatzung, die eigentlich seit 1967 längst hätte beendet werden müssen, sowie im fortgesetzten Bau neuer jüdischer Siedlungen im Westjordanland sieht Clemens Ronnefeldt die wichtigste Ursache für die Fortdauer des Konfliktes. Auf palästinensischer Seite nannte er den Beschuss mit Kassam-Raketen aus dem Gazastreifen auf israelisches Territorium als Hindernis zum Frieden.

Besonders hinderlich für einen gerechten Frieden sei der Bau der über 700 Kilometer langen Grenzzaun- und Maueranlage, die vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag als eindeutig völkerrechtswidrig bezeichnet worden sei. Durch diese Sperranlage sowie durch die Mauer würden tausende von Palästinensern von ihrem Eigentum getrennt, viele palästinensische Häuser seien bereits abgerissen worden, um für den Mauerbau Platz zu schaffen.

Als Schritte zu einer möglichen Deeskalation zwischen den beiden Konfliktparteien schlug Clemens Ronnefeldt vor, den Austausch von Gefangenen zu forcieren. Der Siedlungs- und Mauerbau sollte beendet werden, die israelische Armee aus dem Westjordanland abziehen. Bei Wiederaufnahme direkter Verhandlungen könnte eine Zweistaatenlösung erreicht werden, Ostjerusalem könnte Hauptstadt des neuen Staates Palästina werden – möglichst in einem Staatenverbund mit Jordanien –, um wirtschaftlich überlebensfähig zu sein. Die Frage der Flüchtlinge, von denen nach Umfragen lediglich zehn Prozent überhaupt zurückkehren möchten, schlug der Referent vor, auf der Basis der so genannten »Genfer Friedensinitiative« aus dem Jahre 2003 zu lösen. Vor allem aber sollten die zahlreichen Friedensinitiativen auf beiden Seiten unterstützt werden, damit Friedenspläne überhaupt eine Chance bekämen.

Als Modell nannte der den israelisch-palästinensischen Radiosender »Alle gemeinsam für den Frieden«. Im Dorf Neve Shalom-Wahat al Salam (Oase des Friedens) würden seit Jahrzehnten Juden und Muslime zusammen mit ihren Kindern leben, derzeit mehr als 100 Erwachsene, die auch eine Friedensschule aufgebaut hätten. Kinder und Jugendliche wachsen in diesem Dorf gemeinsam mit der Sprache der anderen Seite auf.

Rund 1000 Soldaten, darunter mehr als zwei Dutzend Piloten der israelischen Streitkräfte, würden sich derzeit weigern, in den besetzten Gebieten Armeeinsätze zu befolgen, weil sie nichts mit der Sicherheit Israels zu tun hätten, sondern nur das Leid der Palästinenser verlängern würden. In einem gemeinsamen israelisch-palästinensischen Elternkreis treffen sich Erwachsene, um den Tod ihrer Kinder und anderer Verwandter zu betrauern, die der Gewalt der jeweils anderen Seite zum Opfer gefallen sind.

Clemens Ronnefeldt empfahl den Anwesenden, mit dem ökumenischen Rat der Kirchen in einen Begleitdienst zur Menschenrechtsbeobachtung in Israel und in den palästinensischen Gebieten zu gehen. Andere hilfreiche Organisationen zur Konflikteindämmung seien »International Solidarity Movement« und die »Christian Peace Maker Teams«, die sich vor allem in Hebron engagieren und ebenfalls ausländische Freiwillige suchten.

Während der angeregten Diskussion empfahl der Referent den Anwesenden, sich gegen die deutsche Lieferung neuer U-Boote nach Israel sowie gegen Rüstungsexporte generell in die Nahostregion zu engagieren, damit nicht noch mehr Öl in diesen Brandherd gegossen würde.

Im Anschluss an den Vortrag schloss sich eine lebhafte Diskussion mit vielen Rückfragen an. Reinhard Schülzke dankte dem Referenten im Namen der Veranstalter für seinen engagierten Vortrag.

Reinhard Schülzke

2010

Workshop »Trommle mein Herz für das Leben«

TeilnehmerInnen beim Trommelwokrshop

Mit dem Film »HOME« von Yann Artus-Bertrand starteten sieben TeilnehmerInnen in den Workshop »Trommle mein Herz für das Leben«. Trotz Hitze lernten wir Trommeln, Perkussionsinstrumente und unseren Körper zu nutzen, um Rhythmen des Lebens, des Herzens, der uns umgebenden wunderbaren und schützenswerten Natur aufzunehmen und auszudrücken. Dazu führte uns der Musiker Philipp Schmitt in die Welt der Bodypercussion und der fair gehandelten Musikinstrumente aus den verschiedensten Erdteilen ein. Wir danken ihm für seine einfühlsame Workshopleitung! Gleichzeitig danken wir der Sparkasse Oder-Spree, die durch finanzielle Unterstützung dieses Ferienangebot überhaupt erst ermöglichte.

Christina Katzer, Bildungsreferentin

Puerto Alegre e.V. Tel. 0335 530285 Fax 0335 5211602

2009

Liebe Freunde und Interessierte,

aus Bolivien zurückgekehrt, soll eine kurze Rückmeldung zu unserer Bildungsreise nach Bolivien durch dieses Medium zu Ihnen gelangen! Hinter uns liegen drei intensive Wochen, die uns seelisch und körperlich einiges abverlangten und uns zum Teil an unsere Grenzen führten. Wir erlebten ein Land der Extreme: karges Hochland und üppiges Tiefland, Kälte und Hitze, Reichtum und große Armut.

Im Hochland sahen wir, wie Menschen mühselig ihren Lebensunterhalt dem kargen Boden abtrotzen zum Beispiel mit dem Anbau von Kartoffeln und Quinua (eine Getreidesorte der Andenregion) oder aber durch den gefährlichen Abbau von Erzen und Metallen mit mittelalterlichen Methoden und ohne ausreichenden Arbeitsschutz.

Das Tiefland mit seinen tropischen Früchten wie Mandarinen, Apfelsinen, Bananen sowie Kaffee und Kakao in ca. 2000 m Höhe lernten wir kennen. Leider sind die Welthandelspreise für diese Früchte so niedrig, dass viele Menschen auch hier nicht ausreichend ihren Lebensunterhalt verdienen können. Das führt z.B. zum verstärkten Anbau von Coca. Die Coca-Blätter können gewinnbringend nach Columbien verkauft werden. Dort wird daraus Kokain gewonnen.

Wir wurden mit dem großen Problem der Wasserknappheit konfrontiert (auch am eigenen Leibe), das zum Teil Folge der Klimaerwärmung ist.

Wir begegneten vielen engagierten Menschen im Bereich der Sozialarbeit und des Fairen Handels. Die Herzlichkeit, mit der wir überall empfangen wurden und das partnerschaftliche Miteinander auf Augenhöhe hat uns sehr beeindruckt und gut getan.

Mit ProduzentInnen von Kaffee, Kakao und Schokolade, Quinua und Alpaka-Produkten führten wir intensive Gespräche. Dabei erfuhren wir, was fairer Handel vor Ort bewirkt und was noch verbessert werden kann.

Ein Frauenprojekt in El Alto lernten wir kennen, in dem mit Mitteln von Oikokredit Hilfe zur Selbsthilfe stattfindet und wo solidarische Gemeinschaft gelebt wird.

Unser dreiwöchiges »Zuhause« fanden wir in dem soziokulturellen Projekt »COMPA«. Hier lernten wir engagierte SozialarbeiterInnen und Theaterpädagogen kennen, die mit den Mitteln des Theaterspielens und verschiedener anderer Angebote von Arbeitsgemeinschaften wie Tanz, Fotografie und Keramik Kinder und Jugendliche von der Straße holen, soziale Kompetenzen stärken und mit ihnen zur Geschichte ihres – des bolivianischen – Volkes arbeiten.

Selbst durchlitten wir die Höhenkrankheit, froren meist, da wir fast immer im Hochland unterwegs waren, genossen aber auch die faszinierenden Landschaften, die Berge, sahen alte Kultstätten der Inkas, badeten im herrlich klaren Wasser des Titicacasees …

Gerne werden wir mit Ihnen Kaffee und Kakao aus Bolivien, durch fairen Handel erworben, genießen, unser Anschauungsmaterial vorstellen und Sie mit unseren Fotos ein kleines Stück auf unsere Reise mitnehmen!

Termine vereinbaren wir unter der Telefonnummer des Vereins Puerto Alegre e.V.: (03 35) 53 02 85

Wer den Verein finanziell für diese Reise unterstützen möchte, kann das gerne mit einer Spende tun für:

		Puerto Alegre e.V.
		Sparkasse Oder-Spree
		Kontonummer 3 900 058 791
		BLZ 170 550 50 
		Stichwort »Bolivien«
	      

Christina Katzer