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Archiv2011Zur aktuellen politischen Situation in Ägypten hier ein Statementvon Feluka, die ägyptische Kunsthandwerker unterstützen durch den Import ihrer Produkte nach Deutschland und den Verkauf über die Weltläden: »Wir sitzen in einem Boot zu einem gemeinsamen Ziel!«Aufgrund der aktuellen politischen Lagen möchten wir unseren Geschäftspartnern, Kunden und Freunden gerne unsere Sicht der Situation darstellen:
Schon seit Jahren haben wir festgestellt, dass die Armut und erschreckende Perspektivlosigkeit in Ägypten immer stärker wird. Selbst sehr gut ausgebildete junge Menschen finden keine Arbeitsplätze mehr, die Lebensbedingungen verschlechtern sich in extrem schnellen Tempo. Sogar ein für uns fast undenkbares Wirtschaftswachstum von 8% kommt bei den Menschen nicht an. Wir unterstützen daher die Forderungen der jungen ÄgypterInnen nach Freiheit und Demokratie. Seit Jahren arbeiten wir zusammen mit unseren Ägyptischen ProduzentInnen und den KollegInnen von Fair Trade Egypt. All diese Jahre unterstützen wir durch unser Engagement ihr hartnäckiges Bemühen um menschenwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen. Mit Hilfe des Fairen Handels, durch bessere Konditionen für die Handwerker, durch kontinuierliche Aufträge und zuverlässige Bezahlung konnten wir für viele Menschen geringfügige Verbesserungen erreichen. – Viele? – Ein Sandkorn in der Wüste! Und dennoch genug um zu verstehen, was die jungen ÄgypterInnen vermissen und was sie bewegt. Obwohl wir so eng mit Ägypten verbunden sind, waren auch wir überrascht vom plötzlichen Aufbruch der oppositionellen Kräfte in Kairo, von ihrem starken Willen, der Einigkeit und Durchhaltekraft. Dieses junge Volk (ca. 65% der 80 Millionen ÄgypterInnen sind jünger als 30 Jahre) ist durch das Internet über viele Plattformen und Netzwerke informiert über die globalen Entwicklungen und strebt nach den gleichen Werten wie junge Menschen überall in der Welt: Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Menschenwürde. Die seit Jahren stagnierende politische Situation, verbunden mit großer Perspektivlosigkeit, hat vermutlich schon vermutlich viele Menschen in die Hände fundamentalistischer Bewegungen getrieben, die in einer Demokratie so gar nicht möglich wären. Es ist höchste Zeit, die Weichen zu stellen und neue erstrebenswerte Perspektiven zu öffnen. Unseren Wunsch nach Stabilität sollten wir nicht über den Wunsch nach Demokratie, Menschenwürde und Freiheit der Menschen in Ägypten stellen. Wir vertrauen auf die Kräfte und Seriosität der jungen Ägyptischen Gesellschaft. Wir unterstützen ihre Forderungen nach Freiheit, Gerechtigkeit, Menschenwürde, Bildung, Fortschritt und gerechter Umverteilung der Mittel. Durch unsere Arbeit hier in Deutschland und besonders bei den Informationsveranstaltungen haben wir unsere Erfahrungen und Beobachtungen geteilt mit den engagierten Mitarbeitern in den Weltläden und Ihren interessierten Kunden. In der aktuellen Situation freuen wir uns über jegliche Hilfe bei der Meinungsbildung in unserem Land. Stellen Sie sich hinter die Ägyptische Bevölkerung in ihrem Befreiungskampf! Treten sie den manipulierenden Äußerungen in Presse und Volksmund kritisch entgegen! Lassen Sie sich nicht einschüchtern durch islamistische Horrorszenarien! Denn: junge Menschen mit Perspektiven brauchen keine Heilslehren aber eventuell helfen ihnen islamische Grundwerte bei dem Aufbau ihrer Demokratie. Brigitte Brugger und Ulrike Wirbatz, 31.01.2011 Ulrike WirbatzVor knapp 20 Jahren habe ich nach meinem Studium der Tourismusbetriebswirtschaft für ein deutsches Reiseunternehmen in Ägypten gearbeitet. Seit dieser Zeit beschäftigen mich die Chancen und Probleme im Land. Für viele Bevölkerungsgruppen haben sich die Bedingungen, ein Einkommen, bzw. ein existenzsicherndes Einkommen zu erzielen in den letzten Jahren verschlechtert. So habe ich begonnen, mich immer mehr mit dem Thema Armutsbekämpfung und somit auch mit dem Fairen Handel zu beschäftigen. Dabei traf ich auf Fair Trade Egypt und Egypt Crafts, die sich seit 1998 für den Fairen Handel in Ägypten einsetzen. Wir begannen über die Vermarktungsmöglichkeiten in Deutschland und eine mögliche Handelspartnerschaft nachzudenken. Brigitte BruggerViele Jahre habe ich in Meersburg neben meiner eigentlichen Tätigkeit als Bibliothekarin bildungspolitische Veranstaltungen besonders für Jugendliche organisiert, »Faire Trade Shops« an Schulen initiiert und betreut sowie Vorträge zum Thema »Fairer Handel« an Schulen in der Bodenseeregion gehalten. Gleichzeitig ist durch meine Wanderungen im Sinai mein Interesse an Ägypten erwacht und ich verfolge die Entwicklung in diesem Land mit Faszination, aber auch mit Sorge. Der »Faire Handel« als Vermarktungskonzept liefert die Voraussetzung für eine gerechtere Weltwirtschaft. Ägyptische Kunsthandwerker, die nach den Kriterien des »fairen Handels« produzieren, durch den Import und die Vermarktung ihrer Produkte in Deutschland zu unterstützen, ist für mich eine wichtige Aufgabe geworden. Mona El Sayed,die Managerin von Fair Trade Egypt und Egypt Crafts, ist heute unsere wichtigste Bezugsperson nach Ägypten. Sie und ihr Team ist verantwortlich für die Beziehungen zu den Produzenten, den Importeuren, den NGOs und Fair-Trade-Organisationen. Viele Menschen verfolgen interessiert die Entwicklung von Feluka und unterstützen uns in Zeiten großer Nachfrage, bei Messebesuchen und anderen Veranstaltungen. Im Juni 2005 wurde Feluka Trading gegründet mit dem Ziel, die wachsende Armut in bestimmten Gebieten und besonders im ländlichen Raum Ägyptens zu mindern und das traditionelle Kunsthandwerk zu erhalten. Faire Bezahlung, Schaffung von Vermarktungsmöglichkeiten und nachhaltige, stabile Geschäftsbeziehungen verbessern die Arbeits- und Lebensbedingungen für die Produzenten und ihre Familien. Pressemitteilung - Veranstaltungsbericht Den Frieden im Nahen Osten fördernFrankfurt (Oder). Der Verein Puerto Alegre und die Kirchengemeinde Frankfurt (Oder) luden zu einem Informationsabend zum Thema »Der Nahostkonflikt – aktuelle Situation und die Friedensperspektiven?« in das Gemeindehaus St. Georg ein. Referent des Abends war Clemens Ronnefeldt aus Freising, seit 1992 für Friedensfragen zuständig beim deutschen Zweig des Internationalen Versöhnungsbundes Er engagiert sich seit vielen Jahren im Nahen und Mittleren Osten und war zuletzt Ende Oktober 2010 im Nahen Osten. Clemens Ronnefeldt verglich zunächst den Nahostkonflikt mit einem gewaltigen Brandherd: »Wir können wegschauen, die Schuld auf andere schieben, jammern und klagen – aber wir können auch den Teelöffel Wasser, den jede Person in der Hand hält, immer wieder in einem Wassereimer füllen und gegen die Flammen spritzen«. In der völkerrechtswidrigen Besatzung, die eigentlich seit 1967 längst hätte beendet werden müssen, sowie im fortgesetzten Bau neuer jüdischer Siedlungen im Westjordanland sieht Clemens Ronnefeldt die wichtigste Ursache für die Fortdauer des Konfliktes. Auf palästinensischer Seite nannte er den Beschuss mit Kassam-Raketen aus dem Gazastreifen auf israelisches Territorium als Hindernis zum Frieden. Besonders hinderlich für einen gerechten Frieden sei der Bau der über 700 Kilometer langen Grenzzaun- und Maueranlage, die vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag als eindeutig völkerrechtswidrig bezeichnet worden sei. Durch diese Sperranlage sowie durch die Mauer würden tausende von Palästinensern von ihrem Eigentum getrennt, viele palästinensische Häuser seien bereits abgerissen worden, um für den Mauerbau Platz zu schaffen. Als Schritte zu einer möglichen Deeskalation zwischen den beiden Konfliktparteien schlug Clemens Ronnefeldt vor, den Austausch von Gefangenen zu forcieren. Der Siedlungs- und Mauerbau sollte beendet werden, die israelische Armee aus dem Westjordanland abziehen. Bei Wiederaufnahme direkter Verhandlungen könnte eine Zweistaatenlösung erreicht werden, Ostjerusalem könnte Hauptstadt des neuen Staates Palästina werden – möglichst in einem Staatenverbund mit Jordanien –, um wirtschaftlich überlebensfähig zu sein. Die Frage der Flüchtlinge, von denen nach Umfragen lediglich zehn Prozent überhaupt zurückkehren möchten, schlug der Referent vor, auf der Basis der so genannten »Genfer Friedensinitiative« aus dem Jahre 2003 zu lösen. Vor allem aber sollten die zahlreichen Friedensinitiativen auf beiden Seiten unterstützt werden, damit Friedenspläne überhaupt eine Chance bekämen. Als Modell nannte der den israelisch-palästinensischen Radiosender »Alle gemeinsam für den Frieden«. Im Dorf Neve Shalom-Wahat al Salam (Oase des Friedens) würden seit Jahrzehnten Juden und Muslime zusammen mit ihren Kindern leben, derzeit mehr als 100 Erwachsene, die auch eine Friedensschule aufgebaut hätten. Kinder und Jugendliche wachsen in diesem Dorf gemeinsam mit der Sprache der anderen Seite auf. Rund 1000 Soldaten, darunter mehr als zwei Dutzend Piloten der israelischen Streitkräfte, würden sich derzeit weigern, in den besetzten Gebieten Armeeinsätze zu befolgen, weil sie nichts mit der Sicherheit Israels zu tun hätten, sondern nur das Leid der Palästinenser verlängern würden. In einem gemeinsamen israelisch-palästinensischen Elternkreis treffen sich Erwachsene, um den Tod ihrer Kinder und anderer Verwandter zu betrauern, die der Gewalt der jeweils anderen Seite zum Opfer gefallen sind. Clemens Ronnefeldt empfahl den Anwesenden, mit dem ökumenischen Rat der Kirchen in einen Begleitdienst zur Menschenrechtsbeobachtung in Israel und in den palästinensischen Gebieten zu gehen. Andere hilfreiche Organisationen zur Konflikteindämmung seien »International Solidarity Movement« und die »Christian Peace Maker Teams«, die sich vor allem in Hebron engagieren und ebenfalls ausländische Freiwillige suchten. Während der angeregten Diskussion empfahl der Referent den Anwesenden, sich gegen die deutsche Lieferung neuer U-Boote nach Israel sowie gegen Rüstungsexporte generell in die Nahostregion zu engagieren, damit nicht noch mehr Öl in diesen Brandherd gegossen würde. Im Anschluss an den Vortrag schloss sich eine lebhafte Diskussion mit vielen Rückfragen an. Reinhard Schülzke dankte dem Referenten im Namen der Veranstalter für seinen engagierten Vortrag. Reinhard Schülzke 2010Workshop »Trommle mein Herz für das Leben«
Mit dem Film »HOME« von Yann Artus-Bertrand starteten sieben TeilnehmerInnen in den Workshop »Trommle mein Herz für das Leben«. Trotz Hitze lernten wir Trommeln, Perkussionsinstrumente und unseren Körper zu nutzen, um Rhythmen des Lebens, des Herzens, der uns umgebenden wunderbaren und schützenswerten Natur aufzunehmen und auszudrücken. Dazu führte uns der Musiker Philipp Schmitt in die Welt der Bodypercussion und der fair gehandelten Musikinstrumente aus den verschiedensten Erdteilen ein. Wir danken ihm für seine einfühlsame Workshopleitung! Gleichzeitig danken wir der Sparkasse Oder-Spree, die durch finanzielle Unterstützung dieses Ferienangebot überhaupt erst ermöglichte. Christina Katzer, Bildungsreferentin Puerto Alegre e.V. Tel. 0335 530285 Fax 0335 5211602 2009Liebe Freunde und Interessierte,aus Bolivien zurückgekehrt, soll eine kurze Rückmeldung zu unserer Bildungsreise nach Bolivien durch dieses Medium zu Ihnen gelangen! Hinter uns liegen drei intensive Wochen, die uns seelisch und körperlich einiges abverlangten und uns zum Teil an unsere Grenzen führten. Wir erlebten ein Land der Extreme: karges Hochland und üppiges Tiefland, Kälte und Hitze, Reichtum und große Armut. Im Hochland sahen wir, wie Menschen mühselig ihren Lebensunterhalt dem kargen Boden abtrotzen zum Beispiel mit dem Anbau von Kartoffeln und Quinua (eine Getreidesorte der Andenregion) oder aber durch den gefährlichen Abbau von Erzen und Metallen mit mittelalterlichen Methoden und ohne ausreichenden Arbeitsschutz. Das Tiefland mit seinen tropischen Früchten wie Mandarinen, Apfelsinen, Bananen sowie Kaffee und Kakao in ca. 2000 m Höhe lernten wir kennen. Leider sind die Welthandelspreise für diese Früchte so niedrig, dass viele Menschen auch hier nicht ausreichend ihren Lebensunterhalt verdienen können. Das führt z.B. zum verstärkten Anbau von Coca. Die Coca-Blätter können gewinnbringend nach Columbien verkauft werden. Dort wird daraus Kokain gewonnen. Wir wurden mit dem großen Problem der Wasserknappheit konfrontiert (auch am eigenen Leibe), das zum Teil Folge der Klimaerwärmung ist. Wir begegneten vielen engagierten Menschen im Bereich der Sozialarbeit und des Fairen Handels. Die Herzlichkeit, mit der wir überall empfangen wurden und das partnerschaftliche Miteinander auf Augenhöhe hat uns sehr beeindruckt und gut getan. Mit ProduzentInnen von Kaffee, Kakao und Schokolade, Quinua und Alpaka-Produkten führten wir intensive Gespräche. Dabei erfuhren wir, was fairer Handel vor Ort bewirkt und was noch verbessert werden kann. Ein Frauenprojekt in El Alto lernten wir kennen, in dem mit Mitteln von Oikokredit Hilfe zur Selbsthilfe stattfindet und wo solidarische Gemeinschaft gelebt wird. Unser dreiwöchiges »Zuhause« fanden wir in dem soziokulturellen Projekt »COMPA«. Hier lernten wir engagierte SozialarbeiterInnen und Theaterpädagogen kennen, die mit den Mitteln des Theaterspielens und verschiedener anderer Angebote von Arbeitsgemeinschaften wie Tanz, Fotografie und Keramik Kinder und Jugendliche von der Straße holen, soziale Kompetenzen stärken und mit ihnen zur Geschichte ihres – des bolivianischen – Volkes arbeiten. Selbst durchlitten wir die Höhenkrankheit, froren meist, da wir fast immer im Hochland unterwegs waren, genossen aber auch die faszinierenden Landschaften, die Berge, sahen alte Kultstätten der Inkas, badeten im herrlich klaren Wasser des Titicacasees … Gerne werden wir mit Ihnen Kaffee und Kakao aus Bolivien, durch fairen Handel erworben, genießen, unser Anschauungsmaterial vorstellen und Sie mit unseren Fotos ein kleines Stück auf unsere Reise mitnehmen! Termine vereinbaren wir unter der Telefonnummer des Vereins Puerto Alegre e.V.: (03 35) 53 02 85 Wer den Verein finanziell für diese Reise unterstützen möchte, kann das gerne mit einer Spende tun für: Puerto Alegre e.V. Sparkasse Oder-Spree Kontonummer 3 900 058 791 BLZ 170 550 50 Stichwort »Bolivien« Christina Katzer |